transfluid t motion: Der Roboter als Rohrbiegemaschine?

02. Februar 2018

transfluid t motion: Der Roboter als Rohrbiegemaschine?

Wie Automatisierung besser geht und Handling-Konzepte spezifischen Nutzen bringen

In vielen Branchen hält die Tendenz zur Flexibilisierung von Bearbeitungsprozessen bei einem hohen Grad an Automation spürbar an. Dennoch stellen sich bei aller Innovations- und Leistungskraft solcher Systeme die Fragen: Wann und wie ist es sinnvoll zu automatisieren? Und ist der Roboter Mittel zum Zweck oder der entscheidende Faktor?
Die Antworten darauf kennt Stefanie Flaeper, Geschäftsführerin bei transfluid. Denn schließlich entwickeln die Spezialisten für Rohrbearbeitungs-Hightech ihre 't motion'-Lösungen zur Prozessautomation bereits seit vielen Jahren für sehr unterschiedliche Einsatzbereiche. Bei aller Automatisierungsbegeisterung stelle sich natürlich immer die Frage nach dem Nutzen. Denn die Gründe, sich für einen automatischen Prozess zu entscheiden, seien ja vielfältig. Mal könne das Ziel mitarbeiterunabhängige Qualität und Prozessfähigkeit sein. In einer anderen Branche oder Anwendung stünde eher die Kostenreduzierung eines Ablaufs im Mittelpunkt. Da sei dann viel Know-how gefragt, um das Optimum herauszuholen, von den Bearbeitungskomponenten bis zur Bedienung, erläutert Stefanie Flaeper.

Die Frage nach dem passenden Handling

Für die Umsetzung der individuell entwickelten Fertigungszellen kann transfluid auf sein breites Portfolio zugreifen. Mit der Integration bewährter Technologien zum Rohrbiegen oder Umformen werden die Automationsmöglichkeiten seit jeher konsequent ausgeschöpft. Muss beispielsweise zu Beginn getrennt werden, bereitet die spanlos orbitale transfluid-Rohrtrennung den sauberen Weg für eine direkte Weiterbearbeitung. So können ohne Verzögerung z. B. Umformprozesse am Rohrende und das Biegen von bereits umgeformten Rohren umgesetzt werden.

Bei der Vielfalt an Möglichkeiten, wie beispielsweise integrierte Beschriftungs- oder optische Messsysteme, zählt vor allem auch die Klärung der generellen Frage nach dem jeweiligen Aufbau des Handling-Systems. Roboter seien die eine Variante, die andere beispielsweise ein servoelektrisch angetriebenes 4-Achsen-Linearhandling. Beide Systeme hätten ihren Reiz – wie das Linearsystem, wenn es um Handlingszeiten, kurze Rohre oder eine Bearbeitung vor dem Biegevorgang geht, so Stefanie Flaeper. Die Vorteile der Linearsysteme liegen im Vergleich zum Roboter insbesondere in der höheren Geschwindigkeit und dass sie einfacher zu programmieren sind. Linearsysteme erhöhten den Nutzungsgrad der eingebundenen Maschinen. Im Gegenzug dazu sei ein Roboter sehr viel flexibler. Zumindest dann, wenn automatisiert Rohre gebogen werden sollen, erklärt Stefanie Flaeper.

Der Roboter als Maschine

Ein ergänzendes Konzept der fortschrittlichen 't motion'-Automationssysteme von transfluid ist die Option, den Roboter nicht nur zum Handling, sondern als Maschine einzusetzen. Bei einem aktuellen Projekt musste eine Lösung gefunden und eine Entscheidung getroffen werden, ob eine Biegemaschine installiert und diese über einen Roboter automatisiert werden solle, oder einfach die Möglichkeit genutzt werden solle, einen Roboter als Maschine einzusetzen, so Stefanie Flaeper.
Um das zu realisieren, haben die transfluid-Ingenieure dem Roboter einfach eine Biegemaschine in die Hand gegeben.
Diese Roboter-Biegemaschine ist in der Lage, rechts-links in einer Aufspannung zu biegen. Und sie ist dabei äußerst flexibel, insbesondere wenn lange Rohre gebogen werden sollen – oder beispielsweise Rohr-Schlauch-Kombinationen, bei denen der Schlauch vor dem Biegevorgang bereits montiert ist.

Weil die Biegeköpfe auf diese Weise auch mit mehreren Ebenen versehen werden können, ist es möglich, unterschiedliche Rohrdurchmesser ohne Werkzeugwechsel zu bearbeiten. Der Vorteil eines solchen Roboter-Biegesystems liegt auf der Hand: Lange Rohre sind ohne große Schwingungen automatisiert biegbar und die Biegegeschwindigkeit wird über die gesamte Länge relativ konstant gehalten. Das Handling der Rohre aus einem Magazin und den Transfer in eine Ablage nach der Bearbeitung bringt der Roboter von Haus aus mit. So können Stahlrohre bis 22 mm Durchmesser dornlos gebogen werden.

Roboter biegen auch bereits bearbeitete Rohre

Über konventionelle Biegemethoden hinaus steht bereits ein weiteres Verfahren zur Verfügung, um Rohre auch mit Innendorn per Roboter zu biegen. Das ist spannend, wenn die Werkstücke z. B. vorher beidseitig bearbeitet wurden. Der Roboter kann dann von beiden Seiten mit dem Biegen starten. So eröffnet das transfluid-Konzept die beeindruckende Möglichkeit, beidseitig bis zur Endform ohne Zusatzlänge zu biegen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.youtube.com/watch

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